Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle schlägt aufgrund Ihrer Abklärungen im Auftrag des Bundes Kölliken als möglichen Standort für ein Tiefenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle vor. Diese Nachricht hat beim Gemeinderat wie ein Katastrophenereignis „eingeschlagen“. Die Konsternation und Fassungslosigkeit sind inzwischen gewichen, das Unverständnis über die mangelnde Verantwortung gegenüber Kölliken ist geblieben oder hat sich noch verstärkt. Fazit des Gemeinderates: Das kommt für Kölliken nicht in Frage.
Die Region Jura-Südfuss
Aufgrund der bisherigen geologischen Abklärungen ist die Region Jura Südfuss eine von sechs Regionen, welche für geologische Tiefenlager in der Schweiz in Frage kommen. Drei dieser fünf Standorte eignen sich für hochaktive sowie für schach- und mittelaktive Abfälle. Die Region Jura Südfuss wird als Tiefenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle abgeklärt. Vier Standorte stehen in dieser Region zur Diskussion. Kölliken (Areal Kieswerk Hochuli AG), Suhr und zwei Standorte im Gebiet Däniken SO. In den Regionalkonferenzen erfolgt eine Bewertung dieser Vorschläge. Es können auch neue Standorte vorgeschlagen werden. Die Nagra wird danach ein Standortareal für Oberflächenanlagen pro Region bezeichnen.
Ablauf und Etappen
Mit der Bekanntgabe der Standortareale an der Medienkonferenz des Bundesrates vom 20. Januar 2012 ist eine Verfahrensetappe praktisch abgeschlossen. In der nächsten Etappe erfolgen nun vertiefte sicherheitstechnische Abklärungen, Untersuchungen der Auswirkungen eines geologischen Tiefenlagers auf die Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt sowie die Suche nach einem Areal für die Platzierung der erforderlichen Oberflächenanlagen. Die Standortwahl soll bis im Jahre 2022 erfolgen.
Grosse Bedenken
Der Vorschlag Standort Kölliken ist für den Gemeinderat nicht nachvollziehbar und gegenüber einer Gemeinde, die immer noch unter Folgen der Sondermülldeponie der Kantone Aargau und Zürich, der Stadt Zürich und der Basler Chemie leidet, nicht gerade von Feingespür und Verantwortung geprägt. Die Bevölkerung wird da nicht mitmachen, so die gemeinderätliche Beurteilung. Die Anlage ist im Bereich eines Grundwasserstromes geplant, welcher die Wasserversorgungen von Kölliken und Oberentfelden massgeblich speist. Das Kölliker Grundwasserpumpwerk liegt nur einige Schritte entfernt. Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen werden sich als nicht tragbar erweisen.
Ziele
Der Gemeinderat wird, vertreten durch sein Mitglied Martin Bossard, der Regionalkonferenz darlegen, dass Kölliken kein geeigneter Standort ist und nicht weiter zu verfolgen ist. Einwohner/innen sind eingeladen, Ihre Meinung ebenfalls einzubringen. Beiträge können eingereicht bzw. gesandt werden an: Einwohnergemeinde Kölliken, „Tiefenlager“, Postfach 89, 5742 Kölliken. Die Eingaben werden gesammelt und gegen Ende Jahr der NAGRA und dem Bundesamt für Energiewirtschaft übergeben.
20. Januar 2012 - Gemeinderat Kölliken